Tipps, damit es wirklich
ein Glückspilz wird

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Auf dem Foto sehen Sie die Hündin Candy, kein Welpe, kein Rassehund vom Züchter, sondern acht Jahre alt, erkrankt an Bauchspeicheldrüsen-Insuffizienz, von ihren früheren Besitzern im Stich gelassen im August 2004, und nun, im Januar 2006, als “Second Hand-Hund” in ihrem neuen Zuhause. Welche Freude spricht aus den Augen ihrer Menschen, wie entspannt und glücklich Candylein bei ihnen liegt !

Ein Hund aus dem Tierheim kommt ins Haus

 

Es ist soweit ! Heute ziehe ich um, denn ich habe es geschafft und werde endlich, endlich wieder Familienhund. Wie meine neuen Menschen wohl sein werden ? Als wir uns kennenlernten, verstanden wir uns auf Anhieb prima. Aber jetzt wird’s ernst, meine Tierschützer bringen mich “nach Hause”. Ich habe ein wenig Angst, ob ich auch alles richtig machen werde und meine Menschen mich wirklich mögen. Na, an mir soll’s nicht liegen, ich werde mich sehr anstrengen. Da, wo ich vorher lebte, war’s nicht so schön für mich. Meine frühere Familie hatte mich in einen Zwinger gesperrt, aus dem ich fast nie herauskam. Ich habe viel geweint, weil ich gerne mit ihnen zusammensein wollte, aber sie haben mich überhaupt nicht beachtet. Dann kam ich ins Tierheim, da war es dann schon besser; ich hatte Hundegesellschaft, feines Fressen und durfte spazierengehen. Aber was ist das schon gegen eine eigene Familie ?

Hoffentlich wissen meine neuen Menschen, dass ich doch einige Zeit brauchen werde, um mich an sie und meine neue Umgebung zu gewöhnen. Ich habe natürlich auch Angst, dass ich wieder abgegeben werde, weil irgendwas nicht klappt, deshalb werde ich meine Menschen mal vorsichtshalber nicht aus den Augen lassen und hoffe, dass immer - zumindest in der ersten Zeit - jemand zuhause ist. Ich werde mich nach Kräften bemühen, auch mal alleine zu bleiben, aber ein wenig Zeit, um Vertrauen zu haben, brauche ich dann schon. Ob ich wohl auf der Couch liegen darf ? Früher kam das natürlich nicht infrage, aber jetzt könnte ich es vielleicht ja mal versuchen ... Ok, wenn meine Familie das nicht möchte, braucht sie mir das bloss zu sagen, ich lege mich dann brav ins Körbchen, man wird ja bescheiden. Hoffentlich verstehen die auch, dass ich erst einmal sehr unruhig bin, schliesslich muss ich ja erst wissen, wohin ich gehöre, nach einiger Zeit habe ich mich eingewöhnt und alles wird leichter für die Menschen und mich.

Ich weiss natürlich, dass ich im “Rudel” ganz unten angesiedelt bin, schliesslich kenne ich mich mit der Hierarchie Mensch/Hund aus. Ist mir aber auch ganz recht, wenn meine Menschen mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe, ich bin froh, wenn ich mich darum nicht kümmern muss. Die wissen schon, was richtig ist. Vielleicht werde ich aber doch versuchen, mich in der Rangordnung ein wenig “hochzuarbeiten”, wenn meine Menschen einmal “hü” und einmal “hott” sagen. Lieber wäre es mir aber, sie wären und blieben ganz konsequent, das ist einfacher für mich, weil ich dann immer weiss, wie ich mich verhalten muss und was von mir erwartet wird.

Meine Tierschützer haben meinen neuen Menschen empfohlen, eine Hundeschule mit mir zu besuchen. Das wäre Klasse ! Da würde ich neue Freunde kennenlernen, mit denen ich spielen und toben könnte, und schliesslich lernt man ja nie aus. Und den Menschen scheint das ja auch Spass zu machen und ausserdem können sie prima mit mir angeben. Und vielleicht bekommen wir dann auch so einen tollen Pokal wie Caruso. Der war auch bei uns in der Tierherberge, hat jetzt ein klasse Zuhause und besucht fleissig und mit grossem Erfolg die Hundeschule.

Bitte drückt mir die Daumen, dass alles klappt und meine Menschen mit mir und ich mit ihnen glücklich werde. Ich jedenfalls werde mir alle erdenkliche Mühe geben.

Euer “Second Hand-Hund”

Und hier ein Wort der Zweibeiner:

Bitte bedenken Sie: Es gibt keinen vollkommenen Menschen, so auch keinen vollkommenen Hund. Verzweifeln Sie nicht, wenn in den ersten Tagen nicht alles auf Anhieb klappt. Bitte haben Sie etwas Geduld. Die meisten Hunde lassen sich vom Menschen lenken, wenn dies mit Liebe, Geduld, Streicheleinheiten und Einfühlungsvermögen geschieht. Wenn es Probleme gibt, zögern Sie nicht, uns anzurufen. Wir versuchen zu helfen. Unsere Verantwortung hört nicht mit der Vermittlung auf !