Susi

Susi ist vor einiger Zeit gemeinsam mit Richie aus einem bulgarischen Tierheim, das geschlossen wurde, zu uns gekommen. Susi’s Menschen haben einen sehr weiten Weg von insgesamt mehr als 1.000 km auf sich genommen, um sie zu sich und zu ihrem Hund Dux
nach Hause zu holen. Sie haben es nicht bereut.... lesen Sie hier:

Liebe Frau Bolz, liebe Frau Uth,

Unsere “Schmuse-Suse” hat sich inzwischen bestens eingelebt, sie hat unseren Rhythmus schon komplett übernommen und macht NUR Freude ! (Und hat auch Freude, sieht es nicht aus, als würde sie lachen ?)

Da sie so prima hört, können wir sie seit ein paar Tagen im Auslaufgebiet auch ohne Schleppleine laufen lassen und sie genießt ihre Freiheit sichtlich - läßt sich aber trotz Spurt und Galopp abrufen. Gerade in der Hundegruppe ist sie somit ein vollwertiges Mitglied. Sie spielt auch gerne mit Spielsachen, die Dux seit Jahren nicht mehr beachtet hat und findet im Garten Bälle, die er vor ewigen Zeiten hinter Büschen und Hecke “verlegt” hatte (siehe Foto).

Letzte Woche waren wir beide zum erstenmal beim Hundefriseur. Bitte keinen Schreck bekommen, aber sie hat durch den dicken “Outdoor-Pelz” im Haus doch sehr gehechelt und Berge von Unterwolle abgeworfen. Die Fachfrau hat eine Stunde nur das abgestorbene Fell ausgetrimmt (nicht geschoren) und Susi hat ganz entspannt auf dem Tisch gestanden, als wäre sie schon bei zig Ausstellungen gewesen. In Zukunft kann ich das auch alleine, es sollte einfach einmal etwas Grund hinein. Sie sieht jetzt noch mehr nach Drahthaar aus, keine Sorge, sie hat für den Winter noch genug Pelz.

Inzwischen habe ich die beiden Hunde auch schon ein paarmal zusammen alleine gelassen - es war gar kein Problem. Jeder hat seine Liegeplätze und somit ist alles abgeklärt.

Wovor Susi nach wie vor Angst hat, ist Höhe bzw. die Treppe. Bisher haben wir sie abends und morgens zum Nachtkörbchen getragen, auch oben im Flur geht sie ganz nah an der Wand entlang, um ja nicht durch das Geländer schauen zu müssen ! Eben  allerdings ist sie zum erstenmal alleine nach oben gekommen und stand plötzlich neben mir, dann werden wir die andere Richtung auch noch schaffen.

Ansonsten hat sie auch etwas Bewacherinstinkt, denn sie schlägt schon mal an, was Dux bisher nicht für nötig hielt.

Soweit das Neueste aus Kleinmachnow.

Viele liebe Grüsse Fam. K.

Und der zweite Brief vom 20. 12. 2007:

Liebe Frau Bolz, Liebe Frau Uth,
Ein frohes Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen und ihren fleißigen Tierschützern aus dem fernen
Berlin/Kleinmachnow und wünschen Ihnen weiterhin soviel Energie, Einsatzfreude und letztendlich
Erfolg für Ihre Arbeit im kommende Jahr! (Dafür bedanken wir uns herzlich)


Susi hat sich wirklich ganz prima hier eingelebt und macht uns viel Freude.

Ihre ganze Leidenschaft gilt inzwischen der Mäusejagd im Wald, von denen es wohl unendlich viele
gibt, denn sie steckt ständig ihren Kopf in irgendein Loch. Größeres Wild läßt sie Gott sei Dank kalt,
trotz regelmäßiger Wildschweinsichtungen, lediglich deren Hinterlassenschafften findet sie oft zum
Wälzen Klasse.......
Mit Nachbars Katze hat sie dagegen recht eindeutige Absichten, aber Dux hat mit der Zeit auch gelernt,
dass Sternchen(aber auch nur diese Katze!) zum erweiterten Haushalt gehört, sodaß wir im
Sommer mit allen Tieren unter dem Tisch auf der Terrasse essen können- das wird Susi auch noch
lernen.

Das Alleinebleiben klappt inzwischen immer besser. Zu Anfang haben wir eine Kassette mit unseren
Stimmen aufgenommen und in unserer Abwesenheit abgespielt. Susi war daraufhin die Ruhe in Person,
allerdings war Dux so irritiert, dass er anfing zu jaulen!
Daraufhin haben wir das Radio laufen lassen, diesmal wieder bei Susi ohne Erfolg.
Was jetzt klappt, ist der Fernseher!
Da ich aber erst mittags zur Arbeit gehe , sind die Hunde nur 1-2 Stunden alleine, denn dann kommt ja unser
Sohn, der inzwischen auch als Leitwolf akzeptiert wird von ihr.

Was uns allerdings zunehmend Sorge bereitet ist die Tatsache, dass sich Susi ohne erkennbare
Vorwarnung auf manch eine Hündin stürtzt, letzte Woche selbst auf die Hündin meiner Freundin,
mit der wir ja seit 6 Wochen regelmäßig gehen ! Das endete mit einem Loch im Ohr und einer vor
Schock erbrechenden Briardhündin! (Oweia, Susi, mach uns ja keinen Kummer !!)

Unsere Maßregelungen akzeptiert sie ohne jede Dominanz, wir haben sie bei den letzten Vorfällen
ohne jede Lautstärke oder körperlichen Einsatz auf den Rücken gelegt und dort so lange
liegen gelassen, bis der"Gegner" einmal auf und abgelaufen ist.
Daran müssen wir noch arbeiten, denn sonst muß sie wieder an die Leine, was uns sehr Leid täte, denn
sie genießt sichtlich das freie Rennen durch den Wald.
Temperamentsmäßig ist sie wirklich total aufgeblüht, denn anfangs trottete sie ja meist nur so
neben uns her, aber jetzt spurtet sie zu Beginn eines jeden Ausflugs erst einmal in riesigem
Radius durch die Gegend.
Unsere beiden Hunde werden auch immer mehr zu einem Team,
sie laufen draußen oft Schulter an Schulter und schnüffeln gemeinsam Nase an Nase.

Soweit das Neueste von Susi, wir melden uns wieder

viele liebe Grüße
Familie K.

Neues von Susi (März 2008):

Nachdem Susi nun schon vier Monate bei uns ist, wollte ich doch mal wieder von uns hören lassen. Eigentlich habe wir das Gefühl, die Knuddelmaus würde schon immer zu uns gehören! Susi hat sich ganz prächtig entwickelt. Auf leisen Sohlen hat sie gegenüber Dux das Matriarchat eingeführt- schließlich stammt man ja vom Wolf ab.......
Sie markiert wie ein Kerl die Bäume, gewinnt jedes 'Wettschlingen' am Fressnapf (zu Beginn hat sie noch ganz ladylike gespiesen!) und schnarcht wie ein alter Seebär- vorzugsweise in Duxies Körbchen! Unbekannten Situationen gegenüber reagiert die kleine Maus absolut souverän und gelassen. Ein kleines Beispiel von letzter Woche: Dux mußte wiedermal seine jährliche Herzultraschalluntersuchung über sich ergehen lassen und hat die ganze Tierarztpraxis aufgemischt. Susi hat derweil alle freudig begrüßt und sich ungerührt unter den Behandlungstisch schlafen gelegt! Durch die viele Bewegung hat sie auch schon 2 1/2 Kilo abgenommen und eine richtig sportliche Figur bekommen.
Inzwischen liebt sie 'Waldagility', d.h. auf Baumstämmen balancieren oder über hohe Holzstapel klettern(s.Foto),
und das, obwohl sie doch zu Beginn keine Treppe gehen konnte und im Wald um jedes Ästchen herumlief!
Kurzum, sie ist ein echter Schatz
und wir möchten sie keine Minute mehr missen. Im Januar gab es nochmal ein paar 'krötige' Situationen, so dass wir uns daraufhin Rat bei einer Hundetrainerin geholt haben. Auch das Problem haben wir jetzt ganz gut im Griff.

Vielen lieben Dank nochmal, dass Sie uns unsere Suse trotz der Bedenken wegen der Entfernung anvertraut haben - vielleicht steht ja mal eine Berlin-Reise an? (Wir würden gerne einmal nach Berlin reisen, um unser “Süschen” wiederzusehen, wenn da nicht so viele im Tierheim wären, die uns jeden Tag brauchen. Aber allein zu lesen, wie gut es ihr nach ihrem vorher so traurigen Leben in ihrer früheren Heimat nun geht, tut uns sooo gut !) Wir würden uns über ein Wiedersehen freuen!

Familie K.

Dezember 2008:


Hallo, Ihr Lieben!

Nachdem ich nun schon etwas über 1 Jahr in meiner neuen Familie bin, wollte ich mich doch mal wieder persönlich bei Euch melden.
Mir geht es ganz prima- habe Alle um meine Pfoten gewickelt!

Im Herbst waren Herrchen und Frauchen mit Dux und mir in Österreich zum Bergwandern.
Wir hatten eine einsame Berghütte 4 km von der nächsten festen Straße entfernt gemietet, war sehr urig.Von dort sind wir dann auf Tour gegangen- puhhh, war für mich gemütliche Socke ganz schön anstrengend!
Auch Gondel bin ich wie ein alter Hase gefahren, für Dux war das wohl zu stressig, er hat jedenfalls ein bißchen Theater gemacht.

Die Ziegen bei uns an der Hütte hätte ich ja zu gerne mal gejagt, leider war da so eine doofe Stromstrippe dazwischen...
- danach habe ich die Viecher nicht mehr mit dem A.... angeschaut, ich bin ja lernfähig!

Beinahe wäre mein erster Urlaub mit meinen Menschen auch mein Letzter geworden!
Als Frauchen in der Nacht vor unserer Heimreise alle Sachen zusammengepackt hat, habe ich die Gelegenheit
genutzt und bin in einen Wandschrank geklettert, um mich über lustig bunte Haferflocken in einem Schälchen herzumachen. Als Frauchen das sah, wurde sie schlagartig ganz hysterisch, denn sie hatte zu Beginn
unseres Urlaubs beim Vermieter darum gebeten,alle diese Dinger zu entfernen, von denen der Hausherr
freimütig zugab:"Jo, des is für die Mäusli...", also Nagergift! Dieses letzte Schälchen hatten wohl Alle übersehen.
Ihr könnt Euch also vorstellen: wir kamen im Dunkeln bei Nebel nicht von dem Berg weg- mußten auf den Morgen warten.
Frauchen hat natürlich kein Auge zugetan und sich neben mich gelegt. Mir ging's eigentlich super, ich weiß gar nicht, warum die so ein Gewese gemacht haben.
Frauchen wußte aber, dass es viele Stunden dauert, bis das Gift wirkt, so dass wir hofften, die 8 Stunden bis Berlin
zu schaffen.
Unterwegs konnten wir dann unsere heimische Tierärztin per Handy erreichen, die uns aber riet, sofort die Autobahn
zu verlassen und den nächsten TA aufzusuchen- jetzt findet mal am Wochenende im ländlichen Allgäu einen diensthabenden Tierarzt!
Herrchen fuhr daher zur Polizei und schilderte unser Problem. Nach einer halben Ewigkeit und vielen Telefonaten
sagte dann der nette Polizist:"Das finden sie nie, also fahren Sie mir nach, ich bringe Sie dorthin."
Ich bin also mit Polizeieskorte zum Arzt gefahren worden, wo ich dann endlich meine Gegenspritze bekam! Dabei ging es mir eigenlich immer noch ganz prächtig.
Als wir dann spät abends in Berlin waren, mußten wir dann noch mal in die Klinik zum Nachspritzen.
Ob, und wieviel ich von dem Zeug gefressen habe, wird wohl immer mein Geheimnis bleiben.

Jetzt kommt ja bald wieder das blöde Silvester, da muß ich vor Angst bestimmt wieder ganz doll Hecheln und Zittern, genau wie bei Gewitter oder lautem Knall.
Meine Menschen glauben, dass ich wahrscheinlich vom Jäger aussortiert wurde, weil ich absolut nicht schussfest
bin, dazu kommt, dass ich eigenlich ein Schönwetterhund bin und so richtiges Sauwetter gar nicht mag.
Letztens habe ich mich hinter der Küchentür beim Anblick des Regens versteckt, leider hat mich meine
hervorschauende Nasenspitze verraten, Frauchen mußte daraufhin loslachen, ist aber knallhart geblieben-
ich muß bei Wind und Wetter mit!


Soweit das Neueste von Eurer alten Susi.
Ich wünsche Euch Allen eine Schöne Weihnachtszeit und schicke Euch noch ein paar Fotos von unserem Urlaub mit.


Viele liebe Grüße
bis zum nächsten Mal
Eure Schmuse-Suse


P.S.: Das Schicksal von Merlin und Kurti hat uns sehr berührt, wir drücken ganz doll die Daumen, dass es vor Allem
für diese Beiden bald ein Happy-End gibt!

Das Daumendrücken hat geholfen: Beide haben es inzwischen geschafft !