Siedem

Siedem ist einer von Sina’s Welpen (bei uns “Sioux”), der bei einer Familie eingezogen ist, deren leider verstorbene Hündin auch von uns kam. Wir jedenfalls haben beim Lesen Tränen gelacht !

17. 07. 2004

Liebe Frau Uth, liebe Frau Bolz,

wie meinte Frau Bolz am Mittwoch „das sind freche Biester“. Die Heimfahrt mit ihm war sehr unterhaltsam, das ganze Programm jaulen, kläffen ..., ich habe gar nicht mitbekommen, wann er sich zwischendurch dabei übergeben hat. Als wir endlich zuhause angekommen sind, war er dann still und ich konnte ihn sofort aus der Kiste lassen.

Natürlich hat er den Tag über viel gejammert und seine Kumpels vermisst, den ersten Spaziergang ist er ständig tapfer neben mir hergehoppelt und mir zwischen den Beinen Rumgelaufen. Mein Mann wurde – als er nach Hause kam – bereits kräftig verbellt. Der Kater wurde bei der ersten Begegnung auch gleich in die Flucht geschlagen. Er ist sehr wachsam und zeigt keinerlei Angst.

Unsere Nachbarin wurde am Donnerstagmorgen auch gleich von ihm angemacht. Da haben wir echt einen Rabauken erwischt. Er ist unerschütterlich, selbst die Kühe auf der Weide bleiben nicht verschont. Vielleicht ist ja eine Portion Herdenschutzhund vertreten, haben wir in Erwägung gezogen.

Auf jeden Fall hat er noch nicht einmal ins Haus gemacht und erntet draußen selbstverständlich viel Lob für seine Geschäfte.

Gestern Abend haben wir den 16 Wochen alten Rüden aus der Nachbarschaft getroffen, Siedem ist gleich aufgeritten und wir haben nicht schlecht gestaunt, was er mit seinen 10 Wochen schon so alles drauf hat. Mit unseren Pferden hat er heute Morgen im Stall auch schon mal per Sichtkontakt Bekanntschaft gemacht, was soll ich sagen: Rawau, Rawau!

Sein Gekläffe wird von uns solange ignoriert und er erhält null Aufmerksamkeit bis der Bagger mal still bleibt. Er hat dahingehend aber auch Ausdauer. Ich bin mal gespannt, was Sie an Geschichten von der übrigen Bande zu hören bekommen. Wenn die alle so sind – herzlichen Glückwunsch.

Gestern sind wir auch mal in den Wald gefahren, damit er sich so langsam ans Autofahren gewöhnt. Ich hatte ihn dann vorne im Fußraum und da war er auch ganz brav und ruhig. Im Wald hat er dann kurz schon stolz ein Stöckchen rumgetragen. Er passt sehr auf uns auf und läuft kaum mehr als 2 m voraus. Wenn er sich hinter uns zu lange mit Schnüffeln beschäftigt, haben wir uns ein paar Mal versteckt und so ist er schön aufmerksam. Im Haus werde ich auf Schritt und Tritt verfolgt.

Während ich gerade schreibe, liegt er auch zu meinen Füssen. Er ist wirklich ein Herzchen. Ach ja, wir haben ihn ja die Tage ständig Treppe rauf und runter getragen. Als ich ihm heute Morgen seinen Wassernapf nach dem Spaziergang oben befülle, tja, da hat er es doch glatt geschafft und stand dann auch schon oben! Unbeschreiblich!

Mut hat er, das muss man ihm lassen.

30. 07. 2004

Hallo Frau Bolz, hallo Frau Uth,

wir wollten mal wieder ein Statement abgeben: Unser kleiner Mann entwickelt sich in jeder Hinsicht prächtig. Mittlerweile fährt er gerne mit im Auto und liegt brav im Fußraum hinter meinem Fahrersitz. Wir haben gemeinsam in der Apotheke seine Wurmkur abgeholt und er war so brav, dass mich bereits zwei Männer angesprochen haben, die doch sehr verwundert waren, wie geduldig und ruhig er in seiner Eigenschaft als Welpe da lag und dann auf die wackelige Waage gekrackselt ist und sich hat wiegen lassen. Einer fragte, ob es ein Australian Shepherd wäre, viele halten ihn auch für einen Border Collie oder Münsterländer-Mix. Nun wir wiegen mittlerweile 7,5 kg und haben auch ein paar Zentimeter an Größe zugelegt.

Siedem entpuppt sich auch als Wasserratte. In der Sieg stand er bereits bis zum Bauch und im Wald haben wir einen Bach, wo auch eine Quelle entspringt. Wir haben das auf Video aufgenommen als er im 5-Minuten-Splin durch den Bachlauf gedüst ist und den Quell-Tümpel angeknurrt und verbellt hat, um dann anschließend mit einem Satz darin zu landen. Mit dem Fotoapparat könnte man das gar nicht festhalten. So wie man ihn im Sucher hat, ist er auch schon wieder weg.

Unser Maine-Coon-Kater „Barney“ hat auch ein schweres Los mit ihm gezogen und ist nicht in der Lage, sich die kleine Pestfliege buchstäblich vom Hals zu halten. Wahrscheinlich haben wir bald eine Nacktkatze! Siedem beißt ihm in den Schwanz und zerrt ihn vom Stuhl herunter, anschließend kämpft er dann mit den Haarbüscheln zwischen den Zähnen. Bett und Couch sind für den Hund tabu – blöde Sache findet er, die Katzen dürfen doch auch darauf. Dann wird andächtig das Kinn aufgelegt und der Schmachtblick aufgesetzt. Auch wenn es uns schwer fällt – ohne Erfolg!

Eine Einkaufstour hat er auch brav mitgemacht und im Auto geschlafen. Am Mittwoch war er mit am Flughafen und tapste fröhlich über die verschiedenen Böden – egal ob Blech oder Milchglas. Auf der Rolltreppe habe ich ihn auf den Arm genommen und zurück sind wir dann mit dem Aufzug gefahren. Er macht das alles super mit.

Sobald ich stehen bleibe, setzt er sich erwartungsvoll und auf Handzeichen macht er down. Für Leckerli a la Knackwürstchen strengt man sich schon an. Schuhe tauschen wir dann gegen Kordelknochen. Ballspielen ist auch ´ne feine Sache. Seine Bellfreude hat ebenfalls sehr nachgelassen, dennoch ist er wachsam. Große Hunde sind ihm suspekt und er ist erstmal sehr verhalten. Der Schäferhund „Drigon“ meines Vaters wurde auch nach Peilen der Lage vorsichtig beschnuppert und dann wurde aufgedreht, zwicken in seinen Schwanz und in die Hosen. Drigon hat ihn dann mit den Pfoten begraben, ups und wieder mal testen, wo denn Grenzen liegen. Da soll man meinen, der Zwerg wäre nach einem 20-minütigen Waldspaziergang inkl. Toben kaputt – nö, nö, nö - zuhause angekommen wird dann gleich der Kater wieder geknechtet.

Die Pferde (Riesenhunde!) habe ich gestern in Siedems Anwesenheit gefüttert. Sie bekommen immer die Futtereimer umgehangen und dann habe ich die Boxentür offen gelassen, er lag dann brav und hat ruhig beobachtet, wie die Riesenhunde gefressen haben. Er bekam dann auch für sein ruhiges Verhalten Streicheleinheiten und Leckerchen. Wir haben echt viel Spaß mit der kleinen Socke.

Ich denke, Fotos kann ich Ihnen bei der nächsten Meldung senden. Bis dahin viele liebe Grüße aus Hennef.

02. 08. 2004

wie versprochen anbei ein paar Schnappschüsse von Siedem wie er leibt und lebt.

 

Wir setzen

und legen
uns auf Kommando und Sichtzeichen. Und wie bereits erwähnt das harte Los von Kater Barney
Und Siedem samt Kordelknochen, welchen wir immer gegen Schuhe eintauschen.

Endlich wieder einmal Post von Siedem, gesendet am 15. November 2005 und wegen eines technischen Defekts leider nicht bei uns angekommen. Nun, Jan. 2006, hat’s geklappt

Siedem hat sich zu einem richtig schönen Kerl entwickelt. Leider konnten wir ja an Ihrem Sommerfest im Juni nicht teilnehmen, weil wir einen Agility-Wochenend-Schnupperkurs belegt hatten. Dort hat er im übrigen beim Abschlussturnier den zweiten Platz gemacht und er fand das richtig toll. Siedem war meistens schon beim nächsten Hindernis und Frauchen hatte den „Knoten im Hirn“, wo es denn weiter langgeht. Ich war überrascht, wie er binnen zwei Tagen (wir hatten auch zwei tolle Übungsleiterinnen) die ganzen Hindernisse mit Elan angegangen ist. Ballspielen ist nach wie vor das größte für ihn.

Am 5. November haben wir nun auch die Begleithundeprüfung abgelegt und bestanden. Ich hatte zwischendurch große Bedenken, weil der Bursche sich bei den 6 Vorbereitungsübungsstunden plötzlich beim Kommando „Fuß“ mehr für den Rasen interessierte, beim Ablegen auf einmal angelaufen kam und sich ein Spielchen daraus machte, nur Augen für seine Gefährtin „Sally“ aus der Spielgruppe hatte und beim Abrufen mit Vorsitz auf das Kommando Fuß hin, mich ins Gesicht küsste. Nur nicht verzagen habe ich mir gedacht. Immerhin war er mit seinen 1 ½ Jahren der Jüngste im Bunde und manche Teilnehmer hatten bereits den dritten Anlauf unternommen. Wenn wir nicht bestanden hätten, wäre es auch kein Drama geworden. Dennoch war ich auch total aufgeregt und wir haben am Abend davor beide Bachblüten für die innere Ruhe und Kraft genommen. Er ist auf jeden Fall super gelaufen, die einzigen Punkte haben wir in der bewegten Gruppe gelassen, das hatten wir nur mit stehenden Personen geübt und wir waren ein wenig irritiert. In der Freifolge hat er sich in der Gruppe dann einmal nicht gesetzt und war an den Leuten schnuppernd interessiert. Der Verkehrsteil war dann auch recht umfangreich: Sitzen vor einem Auto mit laufendem Motor und zwei leisen Hupeinlagen, schwankende vier Personenreihe, die wie eine Wand auf uns zukam, da musste er sich auf Anordnung des Prüfers erst hinlegen, dann wieder setzen, Fahrräder, Jogger, Hundebegegnungen, das volle Programm ... Wir sind auf jeden Fall stolz, es geschafft zu haben.

Ich wusste gar nicht, dass, wenn man einen Hund turniermäßig Agility führen will, die Begleithundeprüfung Pflicht ist. Nun denn, turniermäßig möchte ich das nicht ausüben. Einen 10-er Kartenkurs werde ich just for fun anstreben.

Mittlerweile hat sich unser Vierbeiner-Bestand noch mal vergrößert dahingehend, dass wir vier Kamerunschafe unser eigen nennen. Siedem leistet auch hier gute Dienste beim umtreiben auf der Weide. Wobei Kameruns echt hektisch sein können. Auf das Kommando „Down“ schmeißt er sich auf jeden Fall hin und die Sache ist im Griff.

Unser Kater hat auch noch alle seine Haare und hat sich zu einem regelrechten Kampfkater entwickelt. Beide sind nicht gerade zimperlich im Umgang miteinander. Wenn Barney meint an unerlaubter Stelle seine Krallen wetzen zu müssen, wird er von Siedem gleich reglementiert. Besuch (vor allem männlicher Natur) wird äußerst misstrauisch begegnet, er ist nicht der Typ Schmusehund bei Fremden, und das finden wir auch in Ordnung. Viele Leute meinen ja immer ein Hund müsse sich immer streicheln lassen, mir ist es auch nicht recht am Kopf oder den Haaren begrapscht zu werden. Siedem schlägt an, wenn es klingelt und wir schicken ihn in der Diele dann auf seine Decke, dann wird der Besuch von uns empfangen und gebeten, den Hund vorerst zu ignorieren. Wenn oben dann Platz genommen wurde, darf Siedem sie auch begrüßen.

viele liebe Grüße