Shetlandpony Dörte

Dörte’s Geschichte, die uns berichtet wurde:

Das Shetlandpony wurde versteckt gehalten. Der Halter durfte lt. Veterinäramt max. 3 Pferde halten. Als sie entdeckt wurde, behauptete er sie gehöre nicht ihm. Sie wäre bei ihm nur untergestellt und dann zurückgelassen worden.

Er schenkte sie nach Bitten einer jungen Dame, die es an uns übergab.

Dörte, wie wir sie tauften, wog ca. noch 90 KG statt der mindestens erforderlichen 200 KG. Der Körper war ausgetrocknet. Die Augen nach innen gefallen, und sie konnte sich kaum auf den Beinen halten.

Sie war nicht in der Lage zu fressen. Nur noch auf einer Seite sind genügend Zähne, um das Futter zu zermahlen. An diesen mussten jedoch erst scharfe Haken und Kanten abgeraspelt werden, die eine Futterverwertung fast unmöglich machen. Vorsichtig wurde sie wieder an Futter gewöhnt, wobei sie die erste Zeit nur Suppe, nachher Brei zu sich nehmen konnte. Der ganze Körper war übersät mit Ungeziefer und die Haut großflächig offen und blutig. Im linken Auge war ein Loch (unbehandelt).
Das Auge ist blind. Es wurde behandelt (Spritzen), die zu einer Vernarbung der Wunde führen. Das rechte Auge ist auch trübe, aber dort kann sie noch etwas wahrnehmen und kommt gut damit zurecht. Durch eine alte Verletzung an der Hüfte ist sie etwas steif.

Dörte ist 20 Jahre alt, lieb, anhänglich und freut sich leise wiehernd über jeden, der ihr etwas Aufmerksamkeit schenkt. In der nähe großer Pferde ist sie unsicher.

Heute kann sie wieder etwas Gras, ein wenig Heu und Stroh knabbern, sollte aber mit Kraftfutter zugefüttert werden. Dörte braucht ein ruhiges Zuhause und darf natürlich nicht mehr geritten werden.

25. 08. 2007: Dörte hat ein wunderbares Zuhause gefunden

Wir sind regelmässige Teilnehmer mit unseren Schützlingen bei der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR. Also baten wir um einen Termin für Dörte und bekamen diesen auch sehr schnell.

Dörte legte einen Auftritt im Studio hin, der alle begeisterte. Sie tippelte hinter Pflegemama her und präsentierte sich vor der Kamera, als habe sie nie etwas anderes getan. Viele Menschen, die das Schicksal der kleinen Stute berührt hatte, riefen bei uns an und wollten sie bei sich aufnehmen. Wir entschieden uns für eine Familie, bei der schon eine ebenfalls 20 Jahre alte Shetlandpony-Stute lebt.
Und am 25. August 2007 war es soweit, Dörte's grosser Tag war gekommen. Wir (Pflegemama und Familie) luden sie in den Hänger und fuhren mit ihr in das ca. 70 km entfernte Altenahr. Hier wartete schon ihre neue Freundin, das Shetlandpony Paulinchen mit ihren Freunden, einem Hütehund und zwei Jack Russell-Terriern und Dörte's  neuem Frauchen, Frau Hüttmann (sie ist Tierärztin) nebst ihrem Lebensgefährten (und der ist Hufschmied). Das Glück wollte es, dass e
ine enge Freundin der Familie Pferdezahnärztin ist und sich um die immer noch sanierungsbedürftigen Zähne von Dörte kümmern wird. Die Familie bewohnt ein Haus im Grünen mit eigenen Pferdeboxen, Weiden und Paddock.
Dörte war eigentlich immer völlig desinteressiert an anderen Tieren. Vor großen Pferden hatte sie sogar Angst. Heute jedoch war alles anders. Als wir sie aus dem Pferdehänger holten, sah sie sich kurz die neue Umgebung an und entdeckte sofort das kleine Paulinchen. Was bisher noch nie vorgekommen war, trat ein. Dörte wieherte ihr sofort zu und bekam auch postwendend eine Antwort. Wir führten Dörte auf die Weide und ließen den Dingen ihren Lauf.
Es war zu schön: Dörte und Paulinchen sagten sich „Guten Tag“, indem sie „Nase an Nase“ machten, und von diesem Moment an hatte Dörte einen Schatten, der nicht mehr von ihrer Seite wich. Auf Anhieb war die Welt für beide in Ordnung.

Viel Glück, Dörte und Paulinchen

Dörte’s Pflegemama, unsere Freundin Rosa, die die kleine Stute so liebevoll gepflegt und gepäppelt hat, dafür gesorgt hat, dass sie in ihr neues Zuhause kam, ist am 24. Sept. 2007 ganz plötzlich verstorben. Ohne Rosa hätten wir nicht gewusst, was aus Dörte werden sollte. Wir vermissen Rosa sehr.

Juni 2008

Dörte’s Menschen haben uns geschrieben:

Dörte geht es sehr gut. Sie ist immer noch etwas dünn (vor allem, wenn sie neben der dicken Pauline steht),
aber sehr verfressen. Mit Pauline versteht sie sich weiterhin super (außer wenn sie ihr Kraftfutter bekommt, da hört die Freundschaft auf). Ich hab 2 Fotos vom Februar, noch mit dickem Winterfell angehängt. Im Moment ist sie voll im Fellwechsel (nachdem sie wochenlang kein einziges Haar verloren hat und ich schon dachte, ich müßte sie scheren) und sieht aus wie ein Flickenteppich
Wenn sie das Fell ganz gewechselt hat, mach ich dann nochmal Fotos.
Kommen Sie uns doch mal besuchen, wenn Sie Zeit haben (das machen wir gerne).

Viele Grüße


Dörte ist im Juni 2011 über die Regenbogenbrücke gegangen