Sammy

August 2007 (bitte ganz nach unten scrollen

Im April 2004 kam Sammy mit seinem Bruder Bruno zu uns, damals ca. 5 Monate alt. Geprügelt und misshandelt von ihrem ehemaligen “Besitzer”, der zwei ihrer Geschwister bereits mit einer Eisenstange erschlagen hatte. Wir brauchten lange Zeit, bis wir an die beiden überhaupt herankamen. Ganz allmählich fassten sie Vertrauen. Nach Monaten entschlossen wir uns, mit Sammy einen Versuch bei “Tiere suchen ein Zuhause” zu starten und ihn dort vorzustellen. Wir übten mit ihm, um ihm seine Schwellenangst vor fremden Räumen und fremden Menschen zu nehmen. Sammy entwickelte sich sehr gut, ging dann auch mit nicht vertrauten Personen spazieren, und Ende August war es dann so weit. Er fuhr mit nach Köln-Bocklemünd ins WDR-Studio zur Aufzeichnung. Mit ins Studio wollte er dann aber lieber doch nicht, blieb am Eingang hocken, so dass Claudia Ludwig zu ihm ging und vom Eingang aus sein Auftritt gedreht wurde. Wir dachten schon, dass nun überhaupt niemand für unseren Dicken anrufen würde, weil er noch gar so ängstlich war. Aber siehe da, es riefen mehr als 30 Menschen für Sammy an, die sein Schicksal berührt hatte und die ihn gerne zu sich nehmen wollten. Nach langem hin und her entschlossen wir uns, ihn netten Menschen, die nicht weit von unserer Tierherberge entfernt wohnen, anzuvertrauen. Der Abschied von Sammy fiel besonders unserer Heidi Bolz, die sich all die Monate intensiv um ihn gekümmert hatte und sehr an ihm hängt, sehr schwer. Ihr “Baby” sollte vermittelt werden. Im allgemeinen ist es so, dass wir uns wirklich freuen, wenn wieder einmal einer unserer Schützlinge das Glück hat, in ein schönes Zuhause einzuziehen, aber mit Sammy und Bruno ist es etwas ganz Besonderes. Der Dicke hing an ihr wie sie an ihm, sie litt furchtbar und machte sich Vorwürfe, dass sie ihn im Stich gelassen hätte. Wir konnten sie kaum überzeugen, dass es ihm wirklich gut geht, obwohl sie ihn persönlich ins neue Zuhause gebracht hatte.

Dann kamen die ersten Berichte und Bilder seiner neuen Menschen und alles war in Ordnung.

10. September 2004:

Anbei noch ein paar Bilder, die sie überzeugen sollen, dass Sammy sich richtig wohl fühlt. Nach unserem Telefonat gestern Abend haben wir noch zu Dritt einen gemeinsamen Abendspaziergang unternommen, der recht lang ausfiel. Wir sind mit Sammy bis zur Autobahnauffahrt an der Straße entlang und dann durch das Neubauviertel zurück nach Hause gelaufen. Dunkle Gassen oder hell erleuchtete Straßenbahnen, die nur ein paar Meter vorbei ratterten, waren überhaupt kein Problem. (Haben sie uns verschwiegen, dass Sammy in der Stadt groß geworden ist?  )

Heute Nachmittag waren wir dann auch das erste Mal über die Straße im Park spazieren. War das ein Geruchgenuss für Sammy! Als uns dann noch einige Hunde begegneten, wedelte seine Rute senkrecht vor lauter Begeisterung. Wenn einer von uns aus dem Haus geht, schaut er erst mal vorne aus dem Fenster und freut sich, wenn dann die Tür wieder aufgeht.

Inzwischen hat er auch schon einige Lieblingsplätze. So übernachtet er auf der Gästematratze im Arbeitszimmer, wo er auch tagsüber mich bei meiner Arbeit beobachtet. Abends liegt er dann inzwischen auf seinem Kissen im Wohnzimmer, ins Körbchen bzw. Korb traut er sich noch nicht so ganz. Es ist ganz offensichtlich, dass er unsere Nähe sucht. Kommt Besuch, versteckt er sich hinter uns, um dann die Neuen langsam und freundlich zu erschnüffeln. Um sich dann relaxed zum jeweils Bestkraulenden niederzulassen. Sammy ist einfach klasse!!!!!!!

Wir hoffen nur, dass Frau Bolz langsam die Trennung überwindet und weiß, dass er sehr gut bei uns aufgehoben ist.

Liebe Grüße

Die Sammy-Begeisterten

 

12. September 2004

Hier wieder super tolle Neuigkeiten von Sammy.

Für Samstag hatten wir uns Autotraining vorgenommen. Das Thema war in 5 Minuten abgehandelt. Leckerli – ins Auto rein – Leckerli – aus dem Auto raus – als wenn es selbstverständliche wäre. Heute Morgen wollten wir es dann auch wissen, wie er auf mein Pferd reagiert und sind zum Stall gefahren. Beim Autofahren merkt man, dass er noch keine Routine hat und etwas unruhig ist – aber nicht ängstlich. Und dann im Stall! Da liefen im erst mal ein paar kleine Ferkel über den Weg – die waren vielleicht interessant! Leider hatten wir unseren Fotoapparat vergessen. Von Cinderella, meiner Stute, nahm er Notiz ohne Angst – schließlich hatte er ja auch seine beiden Bodyguards dabei. Wir haben sie dann gemeinsam zur Weide gebracht. Ich glaube, dass es später kein Problem gibt, ihn mitzunehmen. Er hält den nötigen Respektabstand bei und läuft nicht weg. Danach gab es noch einen langen Spaziergang am Wald entlang. Vielleicht nehmen wir nächste Woche das Pferd mit. Auf dem Rückweg sind wir dann noch an der Hundeschule vorbeigefahren und haben uns nach Kursen erkundigt, denn wenn Sammy in dem Tempo weitermacht soll er auch weiter gefordert werden. Wir werden uns das aber erst mal ansehen, schließlich haben wir ja noch viel Zeit.

Inzwischen liegt Sammy auch abends in seinem Korb, er ist gestern freiwillig reingegangen. Wir zwingen ihn zu nichts, wenn er nicht will wird er auch in ruhe gelassen – aber seine Neugier ist einfach zu groß. Zur Zeit liegt er hinter mir auf dem Gästebett und träumt von dem  aufregenden Vormittag.

Liebe Grüße
 

23. September 2004

Ein WUFF von dem „Dicken“. Er liegt hinter mir auf dem Gästebett und hält seinen Mittagsschlaf. Langsam kehrt Ruhe und Routine in unseren Tagesablauf:

Nachdem Dietmar die ersten drei Tage morgens mit im Stall war, kann ich Sammy jetzt alleine mitnehmen und ihn auch freilaufen lassen, da morgens maximal 2 oder 3 Leute da sind – das findet er klasse! Nachdem wir in der Reithalle erst mal  vorsichtig zu Fuß geübt haben: rechts das Pferd geführt, links Sammy an der Leine bei Fuß, anhalten und wieder vorwärtsgehen und er mehr Sicherheit bekommen hat, haben wir auch schon einen gemeinsamen Miniausritt um die Weiden gemacht, klappt prima. Da auch ein dickes Lob an meine Stute, die mir mit ihrem Ohrenspiel zeigt, dass sie immer weiß wo der Kerl rumläuft. Ihr scheint es mit 4beiniger Begleitung zu gefallen.

Als dann am Mittwoch noch meine Reitlehrerin mit Hündin da war, war Sammy ganz aus dem Häuschen. Sie liegt während des Unterrichts immer vorbildlich am Rand, was Sammy erst noch lernen muß – er möchte lieber mitmachen, da kommt er dann an die Leine. Es  kann ja nicht alles auf Anhieb funktionieren. So ist er den Vormittag schon mal 3 Stunden beschäftigt – danach ist ein Schläfchen einfach nötig.

Vorgestern waren wir bei meiner Mutter in St. Augustin. Das erste mal in einem fremden Haus. Aber in unserer Begleitung ist Sammy schon richtig mutig geworden.

Witzig war nur festzustellen, dass er keine Innentreppen kennt und diese auf etwas unbeholfene Weise rauf und runter ging – beim dritten Mal mit wedelndem Schwanz nach dem Motto: ist doch kinderleicht! Autofahren ist auch schon Routine, in meinem Kombi hat er auch hinten prima Platz. Sein Lerntempo ist enorm.

Nachdem wir Sammy zwischendurch stundenweise alleingelassen haben, hat er es uns auch nicht übel genommen, ihn Freitagabend mal für 4 Stunden alleine zu Hause zu lassen. Ansonsten versuchen wir ihn auch immer mitzunehmen.

Abends liegt er immer auf seinem Kissen, zwischen Sofa und Tisch muss es dann liegen, damit er in unserer unmittelbaren Nähe ist und auch noch ein paar Streicheleinheiten bekommen kann. Zum Schlafen geht es dann wieder auf die Gästematratze, damit er auch in Schlafzimmernähe ist.

Anbei noch drei Bilder von einem gemeinsamen Spaziergang in Köln-Ossendorf. Wir selber wussten bisher nicht, dass das Gebiet über die Straße an der Autobahn entlang so groß und toll für Hundespaziergänge ist.

Liebe Grüße auch an Frau Bolz und auch ein dickes Lob: Sie hat Sammy toll erzogen!

Bis demnächst

 

Sogar das klappt jetzt schon ...

 

Wie es das Schicksal wollte, lebt Sammy ganz in der Nähe seines Bruders Bruno, und die beiden treffen sich ab und zu. Sie verstehen sich noch immer prima und spielen und toben zusammen wie in alten Tierherberge-Zeiten. Jetzt waren ihre Menschen mit ihnen bei uns und haben uns diese wunderbaren Fotos mitgebracht .

Neues von Sammy (August 2007)

Sammy war mit seinen Menschen in Urlaub auf dem Boot und hat uns diese Bilder geschickt:

... und im Stall mit Herrchen und Katze (!!)