Nipon

Gekämpft, gehofft und doch verloren ...

Schon viele Galgos waren bei uns, die meisten von ihnen kamen in sehr schlechtem Zustand. Nach einer längeren “galgolosen” Zeit ist jetzt Nipon, ein ca. 2009 geborerener Rüde zu uns gekommen. Wir waren (und sind) alle erschüttert, als wir sahen, welches abgemagerte Bündel Angst wir da zu uns geholt hatten. Natürlich ist Nipon, wie alle Galgos, sehr sanftmütig und hat, wie fast auch alle, panische Angst vor Männern.

Seine Retterin schrieb uns (und ich versuche, das zu übersetzen):

“Ich schicke Euch Bilder von Nipon, die aufgenommen wurden, als er ins Tierheim kam. Nipon (und noch zwei Galgos, die bei anderen Tierschützern untergebracht sind) kam von einem sehr schlechten, schlimmen Platz. Ein Mann hatte 120 Galgos und Podencos, alle zusammen ohne Futter, ohne Wasser ... durstig, mit Würmern, krank ... ein sehr, sehr schlimmer Platz. Als ich Nipon zu mir nahm, ging es ihm sehr schlecht, er war voller Zecken, Würmer und Fliegen, er wollte nicht essen, nur trinken. Mit Blut an seinen Ohren
und sehr, sehr, sehr schlechter Haut,
er hatte kein Fell in der Körpermitte. Aber jetzt geht es ihm besser, er braucht nur Liebe und Futter, viel Futter.”

Zu Anfang traute er sich kaum aus einer Ecke seines Häuschens heraus und stand zitternd da, wenn wir zu ihm hineingingen. Schnell merkte er, dass man in den weich gepolsterten Körbchen wunderbar und kuschelig liegen kann, er genoß das sichtlich und mummelte sich mit Genuß in seine Decken. Und dann das Futter ... lecker ! Unsere Päppel Queen Heidi hat jetzt wieder richtig was zu tun :-) Ganz vorsichtig ging er mit zum ersten kurzen Spaziergang, traute sich aber keinen Zentimeter vom Bein seiner Spaziergängerin weg und wehe, ein Mann kam ihm entgegen, da brach er in Panik aus. Gut, dass wir ihn doppelt gesichert, an Halsband und Sicherzeitsgeschirr führen. Es half alles nix, er musste mit zum Tierarzt zur Blutabnahme, aber das war ein kleineres Problem als wir dachten, er liess alles geduldig über sich ergehen. Wenn man ihn streichelt, läuft es kalt den Rücken hinunter, nur Rippen, schlimm. Mit seiner Vermittlung lassen wir uns noch Zeit, Nipon soll erst zu sich kommen, sicherer werden und zunehmen.

25. 05. 2012:

Nipon machte uns Sorgen, weil er Probleme mit seiner Lunge hatte, er bekam schlecht Luft. Das Ergebnis beim Tierarzt: Nipon hat jetzt zu allem anderen auch noch eine schwere Lungenentzündung, die mit Antibiotika und Schleimlöser behandelt wird. Ihm ging es gar nicht gut, vor allem wollte er auf einmal nicht mehr essen ! Wir waren in Alarmstimmung, weil er doch sowieso so klapperdürr ist. Unsere Freundin Luise hat sich zu seiner Futterpatin ernannt :-) und kocht jeden Tag für ihn ein spezielles Nipon-Futter (Fleisch, Nudeln, Gemüse) und siehe da, es schmeckt ihm wieder. Zwischendurch bekommt er Sahnequark, Sahne mit Haferflocken und einem Stich Butter vermischt, wär doch gelacht, wenn wir nix auf seine klapperdürren Rippen bekämen. Er hat bestimmt inzwischen ein paar Gramm zugenommen, leider merkt man das aber überhaupt noch nicht, er ist immer noch zum Erbarmen dünn. Er hat seit einigen Tagen Galga Lina als Freundin bei sich und versteht sich prima mit ihr.

Und einen Paten hat Nipon jetzt auch, danke :-)

Lina, Nipon mit Katja im Freilauf
Er liebt es, im Freilauf seine Ründchen zu drehen

13. 06. 2012

Nipon ging es gestern so schlecht, er konnte kaum noch stehen, dass wir uns noch größere Sorgen machten und ihn noch einmal zum Tierarzt gebracht haben. Ihm wurde Blut abgenommen, und wir wurden vorsichtshalber darauf vorbereitet, dass, je nach Ergebnis, eine Bluttransfusion notwendig werden könnte. Ein junger, kräftiger Hund sollte ihm dann Blut spenden. Das Ergebnis war dann wirklich niederschmetternd, Nipon ist ganz stark anämisch, die Transfusion musste schnellstens gemacht werden. So packten wir dann heute morgen unseren Miboul, den ehemaligen “Kannnochnix”, ein und fuhren mit beiden Hunden in die Tierarztpraxis. Miboul wurde Blut aus der Halsschlagader entnommen (er wurde vorher betäubt) und Nipon über einen Venenkatheder zugeführt. Die Prozedur dauerte ca. vier Stunden, während dieser ganzen Zeit hat Heidi neben ihm gesessen. Wir hoffen so sehr, dass es ihm nun bald wieder besser geht und berichten natürlich weiter ...

16. 06. 2012

Nach der Bluttransfusion war Nipon zwar munterer, wollte auch laufen, aber uns fiel auf, dass er schwankte und ab und zu auch hinfiel. Der Tierarzt sagte uns, dass es einige Tage dauern könne, bis die Wirkung der Transfusion einsetzt und auch das Medikament Milteforan, das er seit einigen Tagen neben Allopurinol gegen seine Leishmaniose bekommt, anschlägt. Wir freuten uns, dass er gut fraß und auch ansonsten relativ munter war. Heute morgen jedoch sind wir im Eiltempo zum Tierarzt gefahren, weil Nipon über seinem Futternapf zusammengebrochen war und nicht mehr aufstehen konnte, weil seine Hinterläufe wegknickten. Es war so schlimm, daß wir ihn in die Praxis tragen mussten, er konnte keinen Schritt mehr laufen. Der Reflex-Test seiner Vorder- und Hinterläufe ergab, dass keine Lähmung vorliegt, die Reflexe sind da. Dr. Pingen sagte uns, dass momentan noch alles, von neurologischen Problemen über eine Hirnhautentzündung bis hin zum Bandscheibenvorfall möglich ist. Wir machen uns sehr große Sorgen, haben leider vor morgen keine neuen Informationen und berichten dann sofort. 

17. 06. 2012

Wir haben noch kein gesichertes Ergebnis, der Verdacht der Tierärzte geht in Richtung Meningitis. Morgen wird eine Liquoruntersuchung durchgeführt, d. h., es wird - unter Vollnarkose - Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit entnommen, die dann schnellstens zur Untersuchung ins Labor gebracht wird. Wir hoffen, dass wir am Abend ein Ergebnis bekommen. Positiv ist, dass er nach wie vor gut frisst und auch selbständig frisst.

19. 06. 2012

Nipon hatte eine Hirnhautentzündung einhergehend mit dem (ungesicherten) Verdacht auf einen Tumor. Es ist alles versucht und getan worden, um diese schreckliche Krankheit zu besiegen, aber nichts hat geholfen. Wir mussten ihn so schweren Herzens gehen lassen, er ist in Heidi’s Armen eingeschlafen.