Nathan's Schicksal

Dieser Hund sucht kein Zuhause, aber bitte lesen Sie seine Geschichte:

Während unserer mehr als 15-jährigen Tierschutzarbeit haben wir schon viel Schlimmes gesehen. Furchtbare Tierschicksale, die uns erschüttern und manchmal auch verzweifeln lassen. Aber das Schicksal von Nathan, einem sehr alten Hund aus Bulgarien, hat uns so erschüttert wie noch keines zuvor.

Nathan’s Geschichte: Eine Freundin rief uns an und bat uns, ein Video anzuschauen von einem alten Hund aus Bulgarien, dem es ganz entsetzlich schlecht gehe. Wir schauten das Video und waren fassungslos, so wie Sie auch sicher, wenn Sie dies hier sehen: http://www.db-tierhilfe.de/nathan.php

Wenn Sie nun das Video von Nathan in seinem erbärmlichen Zustand, in dem er von der Deutsch-Bulgarischen Tierhilfe übernommen wurde,
gesehen haben und lesen, was seine Retterin an Herrn Dimitrov, den Vorsitzenden dieses Tierschutzvereins, schreibt

Guten Tag Herr Dimitrov,
ich hoffe, dass die neuen bulgarisch-deutschen Adoptivhunde Nathan und Jessica gestern, dem 26.05.09, gut angekommen sind. Dadurch wird Jessica nicht mehr einer der Hunde sein, die im Park von Rousse angetroffen werden. Ein Großteil der Hunde wurden dort in der letzten Zeit vergiftet und wir mussten sehr oft weinen ...
Nathan ist sehr gutmütig und klug. Dadurch konnte er bestimmt in diesem KZ im Isolator, in dem er mehr als 5 Monate hinter Gitter war, überleben. Jetzt hat er den großen Wunsch spazieren zu gehen, obwohl er humpeln muss. Wenn er ein ruhiges Plätzchen im Garten fand, z.B. unter einem Busch, dann legt er sich dort hin, so dass wir ihn lange suchen mussten. Er ist fast taub und hat nur noch wenige Zähne, von denen auch einige Stümpfe sind. Leider war ich nicht in der Lage, dieses machen zu lassen.
Es ist richtig, dass er alt ist, aber seine Knochen wurden mürbe und seine Gelenke wurden steif, weil er monatelang in einem dunklen Loch auf dem nassen und mit Fäkalien übersäten Betonboden liegen musste. Als ob die Schergen des Mörderveterinärs Stanchev ausprobieren wollten, wie lange es dauern würde unter diesen Bedingungen bis er stirbt.
Hoffentlich vergisst er schnell diese dunkle Hölle, in der er so lange vegetieren musste. Ich hoffe, dass er jetzt in eine bessere und ihn dafür entschädigendere Zukunft seine letzten Jahre verbringen wird.
Am Freitag hat z.B. ein Hund, der einen Besitzer hat, eine Frau gebissen. Die Verwandten der Geschädigten haben den Stanchev angerufen, ihm aber dabei verschwiegen, dass dieser einen Besitzer hat. Seine Fänger sind gekommen und haben einfach irrtümlich eine von Euch kastrierte Hündin, die dort in ihrem Revier ruhig schlief, mit eine Betäubungsspritze beschossen. Eine Frau, die sich immer um diese Hündin gekümmert hat, rief bei mir weinend an, um Rat und Hilfe für die Rettung dieser Hündin zu ersuchen. Nach langem Hin und Her konnten wir sie heute aus dem Isolator retten und das Schönste dabei ist, dass wir gleich Adoptiveltern für sie gefunden haben, so dass sie nicht mehr auf der Straße leben muss.
Ich wünsche mir sehr, dass der Nathan einen gartenähnlichen Auslauf bekommt, um die Möglichkeit zu finden, sich ein ruhiges Plätzchen zu suchen.
Wenn Sie Fotos erhalten, würden wir uns sehr freuen, diese an uns weiter zu leiten.
Viele Grüße
Violeta Dobreva


(Rechtsanwältin und Vorsitzende eines Tierschutzvereins in Rousse, mit dem wir, die Deutsch Bulgarische Tierhilfe, sehr eng zusammenarbeiten)

werden Sie ebenso erschüttert sein wie wir. Nathan war ein Skelett, das sich kaum auf den Beinen halten konnte. Die Tierschützer in Bulgarien haben ihn einige Zeit aufgepäppelt und dann zu uns geschickt. Nathan ist praktisch taub, kann nicht mehr gut sehen, sein linker Hinterlauf ist vollkommen zerstört und in seinem Alter nicht mehr operabel. Und dieses arme Wesen ist so dankbar für jeden Topf Futter, gutes Futter, das er von uns bekommt.
Und dankbar für jeden kleinen Spaziergang trotz seines kranken Beinchens, er liebt es sehr, über die Wiesen zu gehen und sich ins Gras zu legen.
Er liebt es, gestreichelt zu werden und in seinem weichen Korb zu liegen und viel zu schlafen. Wir haben ihn so sehr ins Herz geschlossen, unser altes Männlein. Besonders erschüttert hat uns die Tatsache, dass ein TIERARZT ihm das angetan hat, der ja eigentlich jedes Leben retten und erhalten soll. Mörderveterinär nennt ihn Frau Dobreva, diesen Verbrecher, der die Tiere leiden lässt. Recht hat sie, und wir wünschen ihm von ganzem Herzen, dass er seine Strafe bekommt und irgendwann so leiden muss wie die armen Tiere.

Nathan hat ein paar Pfund zugenommen, sein Fell glänzt.
Wenn nur sein krankes Bein nicht wäre, das uns und dem Tierarzt so grosse Sorgen macht. Er bekommt zwei verschiedene Schmerzmittel, damit kommt er im Augenblick gut zurecht. Seine Zähne sind saniert, seine entzündeten Ohren behandelt. Aber auf Dauer hilft das natürlich alles nichts.

Und wenn jetzt jemand fragt, warum wir unseren Opa nicht einschläfern lassen, dann sagen wir ihm, dass Nathan noch Lebensfreude hat und wir ihn bei uns lassen, so lange der Tierarzt und auch wir das verantworten können. Er hat es verdient, noch eine schöne Zeit zu haben und dann, wenn wir ihn gehen lassen müssen, erfahren zu haben, dass es Menschen gibt, von denen er geliebt und gehegt und gepflegt wird.

Wir sind unendlich traurig. Unser Nathan ist am 22. 07. 2009 über die Regenbogenbrücke gegangen. Er hatte seit Tagen immer stärkere Schmerzen, kein Mittel half mehr. Und als er am Morgen des 22. Juli zusammenbrach und weinte, wussten wir, dass es soweit war und wir ihn erlösen mussten. Dieser Weg ist uns so schwer gefallen, wie sehr hätten wir ihm eine längere, gute Zeit bei uns gegönnt. Er ist in unserem Armen eingeschlafen und hat seine letzte Ruhestätte neben unserem geliebten Paul gefunden. Alle, die ihn kannten, weinen um ihn. Wie sehr vermissen wir unseren Opa.