Mala

Die Bretonen Spaniel-Hündin Mala hatten wir von Tierschützern aus Madrid übernommen. In der Beschreibung zu Mala stand “fast blind”. Da wir viele behinderte Hunde in unserer Obhut haben, war das kein Problem für uns. Aber es sollte viel schlimmer kommen.

So schrieben wir am 09. 03. 2011:

Uns fiel auf, dass Mala nicht nur offensichtlich blind ist, sondern auch mit ihrem Geruchssinn irgendetwas nicht stimmt. Mala braucht lange Zeit, bis sie ihren Futternapf “gefunden” hat, ebenso lange Zeit, bis sie streichelnde Hände wahrnimmt. Sie ist oft sehr unruhig und fängt ohne ersichtlichen Grund plötzlich an zu weinen. Sie läuft unruhig hin und her, ihr Köpfchen dreht sie dabei von links nach rechts und von rechts nach links. Also ist sie heute, 09. 03. 2011, von unserem Tierarzt Dr. Pingen gründlich untersucht worden. Das ernüchternde und erschütternde Ergebnis: Mala leidet an einer neurologischen Dysfunktion, die einhergeht mit zentraler Blindheit und eingeschränkter Geruchsfunktion. Das alles weist auf eine verschleppte Staupeinfektion hin. Auch der Zustand ihrer Pfotenballen (Hard Pad Disease = Hartballenkrankheit) ist ein Zeichen für diese - überstandene - Infektion.

So haben wir uns entschlossen, Mala nicht zu vermitteln, da kein Mensch voraussagen kann, wie der weitere Krankheitsverlauf sein wird. Mala wird daher bei uns bleiben. Wir werden versuchen, sie mit einem unserer freundlichen “Haushunde” zu vergesellschaften, da keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Wir suchen nun Paten für unsere kleine Mala, die uns mit ihrem Beitrag helfen, ihr trotz ihrer Erkrankung ein gutes Leben zu bieten, auch wenn sie in keine eigene Familie vermittelt wird.

... und dann das: Seit dem 10. 03. 2011 wurde Mala’s Zustand zusehends schlimmer. Sie schrie immer wieder, den Grund dafür konnten wir nicht erkennen. Sie fing an, sich in die eigenen Pfoten zu beissen (Hard Pad Disease verursacht starke Schmerzen beim Laufen), sie wollte nicht mehr angefasst und beruhigt werden, kreiselte wie von Sinnen um sich selbst und hörte nicht mehr auf, zu schreien. Es war ganz furchtbar, das mit anzusehen. Und wir wussten ja, dass ihr nicht mehr zu helfen war, hatten aber die Hoffnung, dass die Erkrankung nicht so schnell fortschreitet. Die Abstände zwischen diesen “Anfällen” (wie könnte man das sonst nennen ?) wurden immer kürzer, wir konnten es nicht mehr mit ansehen und brachten sie zum Tierarzt, der sie von ihrem Leid erlöste. Wie sehr hätten wir dieser kleinen Hündin ein schönes Leben gegönnt und hätten alles dafür getan, ihr zu helfen. Wir sind unendlich traurig, dass Mala keine Chance mehr hatte und wir sie gehen lassen mussten. Wir können gar nicht mehr aufhören, zu weinen und die Menschen, die sie unbehandelt ihrem Schicksal überlassen haben, zu verfluchen.