Kermi-Nelly

Im Frühjahr 2011 stand ein Ehepaar vor unserer Tür und teilte uns mit, dass sie ihren Hund, eine junge Pekinesen-Hündin, abgeben müsse, weil sie unsauber sei. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die kleine Hündin, Nelly, gar nicht stubenrein werden konnte, da sie nicht ausgeführt wurde, weil sie dann, wie man uns sagte “immer wegläuft”. Aha, sie läuft also weg, eine Leine wäre da nicht schlecht gewesen. Aber der Entschluß, Nelli abzugeben, stand fest und so nahmen wir den Winzling auf.

Wie das Schicksal es wollte, war an diesem Tag unsere Freundin Ina bei uns, und wir wissen ganz genau, dass sie besonders Pekinesen ins Herz geschlossen hat. Schon mehrere hatten wir ihr zur Pflege aufs Auge gedrückt, blinde, behinderte ... Ein wenig gutes Zureden, aber wirklich nur ganz wenig ,half schnell (diese aaaaarme kleine Hündin ...) und zack packte Ina Nelly ein und nahm sie mit nach Hause. Natürlich wurde sie stubenrein ! Irgendwie wollten sich aber die richtigen Menschen für Nelly, die inzwischen Kermi genannt wurde (Erklärung s. unten), einfach nicht melden. Und wir hofften und hofften ... Und unsere Hoffnung erfüllte sich, Kermi sollte bleiben, weil besonders Jürgen, Ina’s Mann, sein Herz an sie verloren hatte. Wir wissen, dass es kein besseres Zuhause für die Kleine geben könnte. Was aber nicht heissen soll, dass wir Ina irgendwann wieder nerven werden, wenn ein solcher Winzling auf der Matte steht :-)                                                                    

Nelly kam und siegte...

Völlig ungeplant zog Nelly als eigentlicher Pflegehund bei uns ein. Pflegehunde sind bei uns eigentlich nichts besonderes, da wir öfter Hunde in Pflege nehmen, aber Nelly war schon irgendwie besonders... ;-)
Schnell fanden sich Kosenamen - u.a. hieß sie Kermi, weil sie mit ihren bezaubernden Glubschäuglein
irgendwie aussah wie Kermit der Frosch. Der Name Kermi ist geblieben, denn sie ist ein kleiner Kermi, irgendwie meist etwas hektisch und wibbelig, eben wie Kermit der Frosch. :-))
Kermi war als Peki eigentlich genau unser Beuteschema, aber irgendwie auch nicht, denn Kermi ist jung und gesund und unsere anderen 3 Pekiverschnitte sind alt und behindert, dennoch schlich sie sich in unsere Herzen, besonders in das Herz meines Mannes und so war klar, daß Kermi "unser Hund" werden musste und auch wurde.
Kermi wohnt nun schon fast 1 Jahr bei uns und noch nie haben wir soviel über einen Hund lachen müßen, denn Kermi ist ein "24-Stunden-gute-Laune-Hund" mit vielen Ideen. Da wird z.B. das GästeWC umgestaltet, Gästehandtücher neu auf dem Boden dekoriert, das WC-Papier liebevoll aus dem Schrank gerissen und in akribischer Mikrochirurgie in der ganzen Wohnung verteilt. Kermi hat eben einen völlig anderen Ordnungssinn als ich, aber sie hilft auch bei der Hausarbeit, kämpft mit dem Staubwedel (der übrigens größer als sie selbst ist), sortiert die Schmutzwäsche (leider bevorzugt im Flur, was bei unerwartetem Besuch schonmal etwas peinlich sein kann...)
Kermi liebt alles und jeden, hat sich in unsere Rudel völlig problemlos integriert und geht erstaunlich sensibel mit unserer alten, blinden Sunny um. Zu Sunny pflegt Kermi eine besondere Beziehung, hat sogar eine spezielle Strategie entwickelt um mit ihr zu spielen indem sie sich einfach direkt vor ihr rumkugelt. Es ist so süß anzusehen, wie die beiden dann zusammen rumkugeln und Maulspiele machen und es ist erstaunlich wie schnell Kermi gemerkt hat, daß Sunny durch ihre Blindheit einer normalen Spielaufforderung nicht folgen kann.
Fast unverständlich wie ein solch kleiner Sonnenschein im Tierschutz landen konnte.