Joker

Vor einigen Monaten kam ein Mann mit seinem jungen Schäferhund-Rüden zu uns und bat darum, den Hund bei uns aufzunehmen. Er müsse so viel arbeiten, dass er keine Zeit mehr für ihn habe, der Hund sei bis zu 12 Stunden alleine zu Hause. Das war an einem Freitag oder Samstag. Wir erklärten uns bereit, suchten und fanden eine Pflegestelle und machten einen Übereignungsvertrag. Am nächsten oder übernächsten Tag, also noch am selben Wochenende, kam dieser Mann wieder zu uns und erzählte uns, nun sei er arbeitslos geworden (quasi übers Wochenende !) und wolle nun seinen Hund wiederhaben. Na, das ging aber schnell mit der plötzlichen Arbeitslosigkeit, wo er doch zuvor so viel arbeiten musste, dass er den Hund nicht mehr halten konnte. Hierzu wiederum erklärten wir uns nun nicht bereit, sagten ihm, der Hund sei ja nun nicht irgendein Gegenstand, den man nach Belieben hin- und herschieben könne. Es fielen böse Worte, die uns aber nicht beeindruckten. Also blieb Joker in seiner Pflegestelle. Er war zu Anfang sehr schüchtern und unsicher, das gab sich dann aber bald, zumal er in die Gesellschaft von zwei Hündinnen kam. Joker blühte förmlich auf und entwickelte sich prima. Es fanden sich schnell nette Menschen für Joker, die ihn bei sich aufnehmen wollten. Heute wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, wenn man sich die Bilder ansieht und liest, was seine Menschen über ihn schreiben:

Liebe Frau Bolz,

anhängend finden Sie ein paar Bilder von Ihrem ehemaligen Schützling Joker. Der Kamerad hat sich gut bei uns eingelebt und ist nach anfänglicher Zurückhaltung ein erstaunlich frecher Kerl geworden - natürlich im positiven Sinne. Er macht uns absolut Freude und ganz besonders unserer Tochter Hannah. Die zwei haben nur Quatsch im Kopf. Es war eine sehr gute Entscheidung diesen Hund bei uns aufzunehmen. Nach wie vor sind Sie auch
selbstverständlich bei uns herzlich eingeladen den Kameraden mal zu besuchen. (Die Pflegeeltern werden dies für uns machen und freuen sich darauf, ihn bald wiederzusehen.)