Janni

Ende 2008 bat uns eine befreundete Tierschützerin, einige Hunde aus Rumänien aufzunehmen. Sie alle waren dort in die Tötungsstation gebracht, nun gerettet worden und sollten hier bei uns ihr neues Zuhause finden. Die  Hunde waren nach ihrer Ankunft übergangsweise in eine Hundepension gebracht worden, und dort holten wir sie ab. Geplant waren eigentlich nur drei Hunde, geworden waren es dann vier. Als wir dort waren, zeigte man uns einen mittelgrossen, sehr hübschen Hund mit gaaanz viel Fell, er hatte noch keinen Platz gefunden. Auch er war mit dem Transport aus Rumänien gekommen, war vollkommen verängstigt und schnappte, wenn man ihn berühren wollte, er war gefangen in seiner Angst. Nun hatten wir ja schon vier Hunde mitgenommen, noch einer ging ja eigentlich nicht ... Wir fuhren zurück ins Tierheim und hatten ein gaaanz schlechtes Gewissen. Was sollte bloss aus diesem ängstlichen Hund werden ? Und natürlich fiel am nächsten Tag die Entscheidung, dass wir auch diesen Hund zu uns holen würden, er liess uns keine Ruhe. Und dann kam Janni, ein Bündel Angst.
Schneller als erwartet taute er dann auf und entwickelte sich zu einem lebhaften, quirligen Hund, der sich vor Freude kugelte. Er liess sich mit Wonne den Bauch kraulen und nie hat er nach uns geschnappt. Mit seinen Artgenossen wollte er nicht so viel zu tun haben, die Spaziergänge mit ihm waren ganz schön anstrengend. Er wurde kastriert, hatte das eine oder andere Wehwechen, aber zum Schluss war alles gut. Und Janni und wir warteten und warteten auf SEINE Menschen. Die liessen sich ganz schön viel Zeit, bis sie nach mehr als neun Monaten endlich zu uns kamen. Janni hatte es geschafft und zog um zu einem sehr netten Paar. Wir hatten Magenschmerzen und hofften, dass alles gutgehen würde. Und es ging gut. Janni hat seinen Platz gefunden. Bei unserem grossen Fest am 13. Juni 2010 hat er uns besucht
und nun schreiben seine Menschen:

Liebe Frau Bolz, liebe Frau Uth,
und alle, die sich so hervorragend um Janni gekümmert haben.

Er hat sich prächtig entwickelt, verträgt sich (von wenigen Ausnahmen abgesehen) mit anderen Hunden

(bei den Hündinnen ist er immer der Hahn im Korb), kann auch von der Leine  gelassen werden und frei laufen,
liebt lange Spaziergänge durch Wald, Feld und  Flur,
verteidigt die Grenzen seines Territoriums
und wacht über unsere  Sicherheit vor "bösen Feinden".
Er ist ein eigenwilliger kleiner Kerl geblieben, der sich uns eng angeschlossen hat, aber auch immer seine Freiräume  braucht.
Er kugelt sich immer noch gerne vor Freude, geschnappt hat er allenfalls mal spielend, er liebt die Pflege seines seidenweichen Fells und zeigt gern durch stolzes Paradieren, wie schön er ist.
Vor allem ältere Frauen ziehen ihn an, mit den meisten Männern kommt er inzwischen auch sehr gut zurecht. Mit seinen Hundefreunden jagt er über das freie Feld, daß es eine Wonne ist. Er schlägt dabei Haken wie ein Hase. Sein Jagdtrieb ist unverkennbar, deshalb treffen wir entsprechende Vorsichtsmaßnahmen.
Wir können ohne  Einschränkung sagen, daß Janni sich pudelwohl fühlt und uns viel Freude macht.

Herzliche Grüsse