Bruno

Bruno wurde zusammen mit seinem Bruder Sammy zu uns gebracht, nachdem die beiden bei ihrem gewalttätigen Besitzer schwerst misshandelt und deswegen beschlagnahmt wurden (zwei ihrer Wurfgeschwister hatte der Tierquäler bereits erschlagen !). Sie waren so ängstlich, dass es lange Monate dauerte, bis an eine Vermittlung überhaupt nur gedacht werden konnte. Im September 2004 stellten wir erst Sammy bei “Tiere suchen ein Zuhause” vor, dann den noch ängstlicheren Bruno im Januar 2005. Beide haben schöne und liebevolle Zuhause gefunden.

Hier der erste, wunderbare Bericht über Bruno im neuen Zuhause:

Mail vom 19.01.05 :

Hallo zusammen!

Hier ist also endlich eine neue Nachricht zu unserem Bruno. Hat ja auch lang
genug gedauert:-)
Man hat gar nicht das Gefühl, dass er erst 12 Tage bei uns ist, eher kommt
es mir vor wie 12 Monate. Bruno wird am liebsten den ganzen Tag gekrault,
ansonsten macht er oft ein Nickerchen oder wir spielen zusammen.
Draußen würde er dann gerne mal loswetzen, aber das geht ja leider noch
nicht, da wir ihn noch nicht losmachen wollen. Dafür benutzen wir jetzt aber
auch eine sechs Meter Roll-Leine damit er etwas mehr Freiraum hat. Er kommt
auch schon ganz toll wenn man ihn ruft.
Bei unbekannten Geräuschen ist er oft noch verunsichert, dann springt er an
einem hoch (das kennen Sie ja) und wartet so lange bis er sich von dort oben
alles in Ruhe angeschaut hat. Wenn es ihm richtig unheimlich wird dann zieht
er auch schon mal kräftig Richtung nach hause (er weiß jetzt auch schon ganz
genau wo das ist:-)). Dann muss man immer ein wenig Überzeugungsarbeit
leisten um den Spaziergang fortzusetzen. Wenn man das geschafft hat, ist
nach einer Minute die Aufregung auch schon wieder vergessen. Generell geht
er aber gern spazieren und hat mit vorbeifahrenden Autos, Fahrradfahrern
etc. gar keine Probleme. Ach ja, an seinem Tick immer um einen herumzulaufen
hält er eisern fest, aber er macht es nur wenn er unsicher ist. Sonst noch
zu erwähnen wäre vielleicht, dass bei ihm doch eine gewisse Jagdleidenschaft
vorhanden ist, er interessiert sich nämlich SEHR für die Kaninchen im
Park:-)

Im Haus dagegen ist alles in bester Ordnung. Seine Schwellenangst hat er
schon am ersten Tag abgelegt und die Treppe ist er immerhin am dritten Abend
bis nach oben gegangen. Wir haben sie erst mal für die Sicherheit mit
Stufenmatten beklebt und dann eine Spur aus Leckerchen darauf verteilt. Nach
mehrmaligem Spuren legen und „Komm Bruno, komm“ hat er es dann gewagt. Seit
dem läuft er sie rauf und runter als ob er nie etwas anderes getan hätte,
und immer mir hinterher.
Er will eben dabei sein und es kam auch schon vor das er seinen Frust, wenn
ich im Bad war, an einem Buch oder diversen Papieren ausgelassen hat.
Gestern und heute war er aber brav. Zum Glück hört er ja auf „Aus“ und
„Nein“, was schon ganz nützlich ist.

Am Wochenende waren meine Schwester und ihr Freund bei uns, den Bruno ja
noch nie gesehen hatte, was aber kein Problem für ihn darstellte. Auch wenn
wir draußen Fremden begegnen, will er immer hin schnuppern und lässt sich
auch gerne streicheln. Vor allem von den Frauen natürlich.
Seit neustem passt er auch aufs Haus auf, da wird nachts bei verdächtigen
Geräuschen von draußen schon mal in Wachhunde Manier gewufft.
Seit dem Bruno die Treppe benutzt müssen wir beide auch nicht mehr im
Wohnzimmer schlafen sondern können es uns in unseren Betten bequem machen,
wobei er zuerst mit meinem geliebäugelt hat. Jetzt scheint er aber
verstanden zu haben, dass er da nichts zu suchen hat und schläft nun auch
gerne in seinem Korb. Wenn dann morgens der Wecker klingelt kommt er erst
mal an mein Bett getrottet und sagt mir feucht-fröhlich guten Morgen.
Gerade liegt er neben mir und ist am träumen.
Wir sind alle begeistert von Bruno und sind wirklich froh, dass wir die
Glücklichen sind denen er anvertraut wurde.
Das wars dann auch für heute, aber wir melden uns auf jeden Fall wieder.

Viele liebe Grüße, vor allem an Frau Bolz, von Sylvia (dem jungen Frauchen),
Bruno und dem Rest der Sippe.

PS: Anbei ein paar Bilder von Bruno „dem Schönen“ ( er hat schon ganz viele
Komplimente bekommen:-))
 

Wie es das Schicksal wollte, lebt Bruno ganz in der Nähe seines Bruders Sammy, und die beiden treffen sich ab und zu. Sie verstehen sich noch immer prima und spielen und toben zusammen wie in alten Tierherberge-Zeiten. Jetzt waren ihre Menschen mit ihnen bei uns und haben uns diese wunderbaren Fotos mitgebracht